Mühsam kämpften sich die beiden weiter.
Hendrik erkannte nach wenigen Schritten jedoch, dass Emma zurück geblieben war, packte sie kräftig an der Hand und zog sie an gaffenden Jünglingen vorbei, eng an sich.
An einer Ecke tauchte ein braunrotes Backsteinhaus auf, welches nicht in Brand gesteckt war. Verängstigte Bewohner spitzelten aus den Fenstern und als Hendrik zu ihnen nach oben schaute, zogen einige entsetzt die Vorhänge zu. Andere warfen der wütenden Horde aus längst vergangenen Tagen grauenerfüllte Blicke zu. Und dann sah er ihn. Sich selbst in Mitten der Menschen. Sein zweites Ich schielte ihn schräg grinsend an. Ihn umgab eine Art dünner Sandsturm. Hendrik zuckte zusammen und erkannte, dass auch Emma sein zweites Ich gesehen haben musste.
„Wie zum Henker ist das möglich? Bist du, hast du einen Zwilling“, flüsterte Emma ängstlich. „Das ist der Mann von dem ich dir vorhin erzählt habe“, antwortete er ihr möglichst ruhig klingend. Hendrik wusste, dass es ihre einzige Chance war, den Menschen in grau zu entkommen, die Wohnung von Sam sicher und unbeschadet zu erreichen. Der Druck um seine Hand wurde größer und Hendrik wusste, dass Emma sie fester umschlossen haben musste. Ihm tat es leid, sie mit in dieses Chaos gerissen zu haben.
Die Tür des rotbraunen Wohnhauses war nun in greifbarer Nähe gerückt und instinktiv sah Hendrik sich schon selber die hölzerne Tür hinter sich verschließen. Der Druck um seine Hand lies ruckartig nach. Ein Schrei riss ihn aus seinen Gedanken. Mehrere altertümliche Burschen rissen an Emma und drücken sie mit sich. Sie wehrte, kratze und schlug verzweifelt um sich, doch fünf dieser jungen Männer waren einfach zuviel. Hendrik stand einen Moment unschlüssig da, doch dann kehrte er um. Er schlug einem der Burschen ins Gesicht, packte Emma am Arm und zog sie mit einem Ruck aus den nach ihr grapschenden Händen. Hendrik blickte dem jungen Bauernjungen noch einmal tief in die Augen und er erkannte eine Leere, die sich dann auf den ganzen Körper auszubreiten schien und plötzlich löste sich der Knabe zu einem flüchten Wind aus Sand auf. Hendrik schüttelte erstaunt und ungläubig den Kopf und ohne weiter darüber nachzudenken, zog er Emma mit sich zur rettenden Tür des Wohnhauses.