12:44 Uhr – Hafen von Oslo, Norwegen

Zwanzig Minuten später erreichten sie den Hafen von Oslo. Sie fuhren den Schildern nach um zu ihrer gebuchten Fähre zu gelangen.
Auf der Fahrt ging Hendrik noch einmal die Fahrkarten und die Unterlagen durch, die Sam so vorsorglich bestellt und ausgedruckt hatte.
Als er bei der Kabinenbeschreibung angekommen war, stutze er jedoch.
„Was sind denn Pullmanbetten?“
„Das ist so eine Art Hochbett zum Ausklappen. Noch nie ewtas davon gehört?“
Emma klang gelassen und blickte weiter aus dem Fenster.
„Da fällt mir noch etwas ein, was ist mit Euro? Ich meine wir haben hier Kronen aber keine Euro. Und in Deutschland hat man doch Euro?“
Emma drehte sich um und blickte Hendrik in die Augen.
„Die haben bestimmt einen Automaten oder einen Schalter an Bord“, hatte Sam jedoch geantwortet, bevor es Hendrik tun konnte. Deshalb verzog sich sein Mund zu einer Schnute und er stierte wieder aus dem Fenster.

Kurze Zeit später fuhren sie hinter einem großen Reisebus immer näher auf die Fähre zu. Es trug den Namen M/S Color Magic. Der Anblick des riesigen Schiffes war atemberaubend. Es war 223,7 Meter lang und konnte knapp 2700 Passagiere fassen. Die Außenwände des Frachtraumes und der unteren Decks war mit einem dunkeln blau versehen und der Rest des Schiffes glänzte weiß.
Die Fähre ähnelte mehr einem Kreuzfahrtschiff, als einer gewöhnlichen Fähre.
„Wahnsinn!“
„Nicht wahr? Auf diesem Prachtstück kann man einfach alles. Von Tanzen in der Disko, über Rutschen im Aqualand, bis hin zu Geschäftsbesprechungen im Konferenzraum. Vielleicht können wir zwei uns ja mal eine Duschkabine teilen, um ums näher kennenzulernen.“
Emma giggelte und klopfte dem lachenden und ihr zu zwinkerden Sam auf die Schulter. Hendrik grummelte etwas Unverständliches vor sich hin, betrachtete und überflog noch einmal die Ausführungen des Bootes im Flyer.
Er zitierte leise vor sich hin: „Sie kommen an Bord – und sind überwältigt: Staunend nehmen Sie das hochwertige Ambiente auf dem Weg zu Ihrer Kabine wahr. Bla, bla, bla. Wellness Bereich, Fitnesscenter, Showtheater. Wow, die haben sogar ein Theater. Gourmetstationen. Nettes Wort. Fünfzehn komfortable Decks, bla, mit fantastischem Ausblick.“
Wieder etwas lauter, wandte er sich an Sam, der noch immer mit Emma zu flirten versuchte: „Sam und du bist sicher! Sam!“ Dieser wandte sich ihm jetzt zu und blickte ein wenig genervt in den Rückspiegel.