„Und du bist dir sicher, dass es das nicht in einer etwas günstigern Ausführung gibt?“
„Hendrik, günstig ist das schon. Immerhin hab ich uns nur eine drei Sterne Kabine gemietet und angegeben, dass ich Student bin. Jetzt hab dich mal nicht so. Immerhin können wir auch mit Stil vor diesen Leuten davon laufen! Außerdem sind es insgesamt zwanzig Stunden Fahrt und die will ich auch genießen. Und die Dame neben mir bestimmt auch.“ Sam warf Emma einen gezielten Blick zu. Hendrik ignorierte die erneuten Flirtangriffe auf die junge Frau. Dabei ertappte er sich wie er die Fährenbroschüre durch den Druck seiner Hände leicht zerknüllte.
Als sie den Wagen abgestellt hatten und von einem der Schiffsangestellten erklärt bekommen hatten, in welche Richtung sie sich bewegen mussten, schnappten die drei sich ihr Gepäck und stiegen eine der metallenen Treppen zu Deck elf nach oben. Zuvor hatten sie an der Rezeption die Karte zu ihrer Suite, wie es der Rezeptionist ausgedrückt hatte, bekommen. Sie schlenderten durch einen ewig langen Gang, vorbei an vielen Türen mit verschiedenen Nummern.
„Was ist das eigentlich für eine Zimmernummer? Das dauert ja noch ewig bis wir da ankommen!“
„Sam, das da“, Emma deutete auf die ersten beiden Ziffern, „ist unser Deck, elf und die hintere Zahl, die 233 ist unsere Suite. Ganz einfach.“
Die drei passierten eine gläserne Tür und traten ins Freie. Ein kalter schwacher Wind blies und lies die Haare des jungen Chemikers aufwirbeln. Er stellte die zwei Taschen, die er trug kurz ab, um seine Haarpracht erneut zu einem geordneten Pferdeschwanz zusammen zubinden und holte seine zwei Begleiter sofort wieder ein.
Als sie erneut durch eine Glastür gingen und wieder an Räumen vorbeigingen, wiegte Sam seinen Kopf hin und her und folgte Hendrik, der schon viel weiter vorne war.
„233? Ist das unsere?“ Hendrik war vor der letzten Tür auf der rechten Seite stehen geblieben.
Emma huschte an Sam vorbei, nahm ihm die Zimmerkarte ab und öffnete kurzerhand die Tür, vor der Hendrik stehengeblieben war.
„Voilà unser Zimmer.“
Der Raum war nicht sonderlich groß. Hendrik schätze es auf ungefähr 10 Quadratmeter. Rechts neben der Tür befand sich ein ausklappbares Sofa und diesem gegenüber eine Art Schrank, aus dem Sam kurzerhand ein Stockbett zauberte. Ein großes Bullauge gab Sicht auf das Meer. Es war zwischen den beiden Schlafmöglichkeiten in die Wand eingelassen. Die Wände waren in einem cremefarbenen Ton gestrichen der, wie Emma bemerkte, mit dem dunkelblauen Teppichboden perfekt harmonierte. Das aus dem Munde einer total bunt gekleideten Frau klang komisch, fand Hendrik. Auf der linken Seite der Tür befand sich ein Schreibtisch auf dem ein silberner Flatscreen stand. Daneben war eine weitere Tür. Als Hendrik sie öffnete gelangte er ins Badezimmer. Es war weiß gefliest und besaß sogar eine in die Kabine eingelassene Dusche. Eine gläserne Tür mit milchigen Streifen trennte diese vom Rest des Bades ab. Hendrik schwor sich diese sofort, das heißt wenn er sich vom Gepäck gelöst hatte, zu benutzen.
„Wer hat Hunger?“ Sams Stimme hallte durch den engen Raum. Hendrik bemerkte, wie sein Freund in einem der Rucksäcke wühlte, eine frische Cerealienpackung und einen Tetrapack Milch heraus wühlte.