„Geträumt? Aber es war alles so real. Das Metall, das Surren, der dicke Mann!“
„Hendrik, hier ist kein Metall und auch kein dicker Mann. Du hast vielleicht doch zu viel gegessen!“
Sie lächelte und erhob sich. Ihre Haare waren in ein weißes Handtuch gepackt und ihr Körper war in einen weißen Frotteebademantel gehüllt.
„Vielleicht solltest du einmal kalt duschen! Dann kommst du auf andere Gedanken. Ach und dann könntest du mich durch das Schiff begleiten wenn du willst.“
Hendrik erhob sich. Er wischte seine Stirn ab. Kalter Schweiß, oder war es vielleicht das kalte Wasser, in welches man ihn getunkt hatte?
Er seufzte und erhob sich, ging in das angrenzende Badezimmer und schloss die Tür hinter sich.
Hatte er das alles nur geträumt und war seine Fantasie mit ihm durchgegangen? Er betrachtete seine Hände und als er die Innenseiten genau erkundete fand er eine kleine blutunterlaufene Stelle wieder. Dort hatte die Nadel ihn gepiekst.
Hendrik erschrak fürchterlich, knallte gegen das hinter ihm liegende Waschbecken und riss sämtliche Seifen und Shampoos davon hinunter.
„Ist alles in Ordnung?“
Emma klopfte und ihre Stimme klang gedämpft durch die Tür.
„Ja, bin nur ausgerutscht“, schwindelte Hendrik schnell.
Was war nur los mit ihm? Er schwor sich erst einmal niemanden von der Sache zu erzählen, damit sich nicht noch mehr Panik verbreitete.
Er zog sich seine Shorts aus, legte die Handtücher zurecht und stieg unter die Dusche.
Als er den Hahn öffnete wurde ihm schwindlig und er stütze sich mit beiden Händen an der Wand ihm gegenüber ab.
Das kalte Wasser benetzte seine Haut und lies ihn wieder klarer sehn. Er bemerkte nicht einmal wie er anfing zu schlottern, erst als sich der Kälteschmerz von seinem Kopf über die Schultern auf seinen Brustkorb ausbreitete, drehte er sich um und schaltete das Wasser auf warm.
„Was ist nur los mit mir? Vielleicht ist mir einfach gerade alles zu viel“, flüsterte er vor sich hin, „oder ich fange langsam an zu spinnen. Aber das gehört anscheinend zum Beruf des Wissenschaftlers.“
Er seufzte schwer und beeilte sich. Als er vor dem Spiegel stand und versuchte gleichgültig auszusehen und immer wieder sein Lächeln erprobte, erklang plötzlich Emmas Stimme aus dem Raum neben dem Badezimmer: „Ähm Hendrik, ich bräuchte den Föhn. Darf ich schnell reinkommen?“
„Ja“, antwortete Hendrik schnell und ohne weiterzudenken, kramte er nach dem Rasierzeug, was er sich zuvor auf dem Schiff gekauft hatte.
Die Tür wurde geöffnet und Emma trat ein. Ihre nassen schwarzen Haare klebten ihr im Gesicht und ihre Rundungen kamen wunderbar in dem lilanen Cocktailkleid zur Geltung, das sie trug. Emma hielt plötzlich inne und starrte Hendrik von oben bis unten an. Sie wurde rot. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er ja keine Kleidung trug und legte sich schnell die Hände auf die untere Gegend seines Torsos.
„Entschuldigung“, murmelte er errötend.