„Nicht so schlimm“, antwortete Emma, griff nach dem Föhn und verschwand schnell wieder in den anderen Raum.
Hendrik beeilte sich nun noch schneller und schnitt sich fast mit dem Rasiermesser in die Oberlippe. Er griff sich ebenfalls einen der Bademäntel und öffnete die Tür.
„Es tut mir wirklich leid, ich hab einfach nicht nach gedacht,“ murmelte er entschuldigend.
„Ist doch ok. Ich geh mich dann mal schminken.“
Emma huschte an seinem hochroten kopf vorbei und schloss die Badezimmertür hinter sich.
Hendrik zog eine Hose, ein rotes T-Shirt und ein schwarzes Jacket aus der Einkaufstüte und zog sich an.
Einige Minuten später trat auch Emma fertig gestylt aus dem Bad und die beiden verließen ihre Kajüte.
Sie gingen zusammen an mehreren Passagieren vorbei. Darunter Familien, die versuchten ihre Kinder zu bändigen, alten Ehepaaren und einem jungen Pärchen, welches durch sein Verhalten klar machte, das es sehr eilig die eigene Suite ausfindig machen wollte. Emma sah Hendrik verstohlen an und grinste. Hendrik wurde rot und wandte seinen Blick auf den Plan des Schiffes, den die beiden in der Nähe der Treppe entdeckten.
„Wo willst du denn hin?“
Emma antwortete nicht sofort und Hendrik hatte schon die Befürchtung, dass sie ihn nicht dabei haben wollte.
„Mhm ich bin nicht sicher. Was schwebt dir denn so vor? Einfach nur Pub oder diese Disko? Oder wir suchen Sam.“ Hendrik unterbrach sie.
„Na du siehst so wunderschön aus, da wäre doch Tanzen genau das Richtige?“
Damit hatte Emma am wenigstens gerechnet, wie er sofort erkannte und sie schenkte ihm ein bezauberndes Lächeln.
Die Disko war schon reichlich mit jungen aber auch älteren Passagieren gefüllt und die beiden hatten Mühe einen freien Sitz – oder Stehplatz zu finden. Einer der Kellner führte sie zu einer ,der Tanzfläche etwas abgelegenen, weißen Couchecke. Die zwei nahmen Platz und Hendrik schnappte sich eine der beiden Drink Karten.
Er durchforstete das Angebot. Er war schon lange nicht mehr mit einer Frau ausgewesen und er wusste auch, dass das hier kein wirkliches Date war. Sam, Emma und er waren unweigerlich aneinander gekettet, bis sie das Geheimnis der grauen Menschen und diesen Sand Menschen gelüftet hatten.
Er war sich auch sicher, dass so eine Frau wie Emma niemals mit einem Mann wie ihm ausgehen wollte. Emma stand sicherlich mehr auf Männer wie Sam. Aber er, Hendrik, war schüchtern und kein Macho.