Hendrik druckste noch etwas herum, aber als Emma einen bittenden Hundeblick aussetzte, gab er schließlich nach.
„Also wie schon gesagt, viel gibt es nicht zu erzählen. Ich hatte einmal eine Freundin. Eine Deutsche, Katrin. Wir haben uns in Oslo auf der Uni kennengelernt. Sie war im gleichen Biochemie Kurs wie ich und wir haben uns einen Labortisch geteilt. Naja eins kam wie das andere und dann waren wir zusammen. Ein paar Wochen später habe ich erfahren, dass sie es mit einem der Universitätsassistenten treiben würde, um nicht durchzufallen. Und sie sei nur mit mir zusammen, weil ich in Biochemie gut wäre. Ich bin dem dann schließlich nachgegangen und dann hab ich die Bestätigung bekommen. Ich hab sie in flagranti ertappt.“
„Oh nein, dass muss schrecklich für dich gewesen sein!“
Hendrik wehrte die Antwort Emmas mit den Händen ab.
„Nein, wir waren nur kurz zusammen gewesen und ich habe mich schon gewundert, was eine heiße Blondine von mir will.“
„Wieso sollte sie sich nicht in dich verlieben? Du bist nett und“, entgegnete Emma, doch Hendrik brauch ihr das Wort ab.
„Nett, das ist es immer was sie sagen. Nett. Ich sehe nicht gut aus, aber bin nett. Und dann brennen sie mit einem anderen durch.“
Er nahm einen weiteren Schluck von seinem Cocktail und stellte das leere Glas zurück auf den kleinen Tisch, der die beiden voneinander trennte.
„Bevor wir erneut bestellen sollten wir vielleicht tanzen gehen. Darf ich bitten?“
Er bot Emma seinen Arm an und als sie diesen ergriff, zog er sie hoch.
Ein, zwei Lieder tanzten sie durch und Emma wurde immer wieder von anderen Herren angetanzt, die sich in ihrer Nähe bewegten.
Ein muskulöser Mann mit kurzen schwarzen Borsten Haaren und einem viel zu kleinem Kopf tippte Hendrik auf die Schulter.
„Sorry, darf ich mit deiner reizenden Freundin mal tanzen?“
„Sie ist nicht meine Freundin. Aber wenn sie nichts dagegen hat“, antwortete Hendrik dem Mann und warf Emma einen vielsagenden Blick zu. Er lächelte kurz und lies die beiden alleine. Vom Tanzen hatte er sowieso noch nie viel gehalten. Er setzte sich zurück auf den Platz, platzierte sich aber genau so, dass er die beiden nicht aus den Augen verlor.
Er bestellte sich einen weiteren Mai Tai.
Nach dem vierten streckte sich Hendrik und blickte erneut zu den beiden. Emma hatte sich inzwischen einen anderen Kerl gekrallt, der ihr immer näher aufzurücken schien. Sie wimmelte dessen Annäherungsversuche gezielt ab und tanzte weiter.
Plötzlich schlug ihm jemand auf die Schulter.
Sam stand da er grinste und lies sich neben ihm auf die Couch fallen.
„Na wo ist sie?“
Hendrik nickte zur Tanzfläche.
„Uh, heiß, an der verbrennt man sich ja richtig“, gab Sam von sich, rülpste und winkte einen der Kellner zu sich.
„Ich hab jemanden kennengelernt.“
„Blond?“
„Nein, es ist ein Mann.“
„Ein Mann?“