„Hendrik ich denke das reicht für den Anfang.“ Nun mischte sich Sam ein und er klang ein wenig gereizt.
„Ich würde aber gerne mehr erfahren.“
„Das wirst du schon noch früh genug. Spätestens wenn wir bei Max eingetroffen sind.“
Hendrik wollte Sam nicht noch mehr reizen, was er mit seinen Ausführungen sicher schon getan hatte und lies es dabei. Sein Freund war ein Geheimnisgräber und was die Arbeit anging, vertraute er nicht einmal seiner eigenen Mutter.
„Schon gut. Obwohl du mich ja richtig neugierig gemacht hast“, sprach sie an Hendrik gewandt.
Nach einigen Minuten des Schweigens unterbrach Emma erneut die Stille: „Sam, von dir weiß ich eigentlich noch überhaupt nichts, außer dass du gerne Müsli und Alkohol zu dir nimmst. Erzähl mir doch ein wenig von dir.“
„Ich könnte dir natürlich mehr erzählen, aber dazu müssten wir zwei alleine sein!“
Sam lächelte ihr verführerisch zu und Hendrik verschluckte sich an seinem Bier.
Emma lachte und fragte Sam erneut.
„Mal sehen. Ich bin Physiker. Gut ok ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Studium. Aber so gut wie. Ich bin siebenundzwanzig und komme ursprünglich aus England. Aber ich bin natürlich nicht einer von diesen normalen Briten, ich bin schon etwas besonders. Aber was so besonders ist, das siehst du heute Nacht, wenn du willst in unserer Kabine.“
Emma giggelte und Hendrik wurde davon schlecht. Er wollte unbedingt das Thema wechseln, doch ihm viel nicht ein wie er die beiden vom Flirten abhalten konnte.
Er wollte nicht schon wieder mit ansehen, wie Sam ein Mädchen ins Bett zerrte und sie am nächsten Morgen ignorierte. Besonders nicht, wenn er die Frau wirklich attraktiv fand.
Es durfte mittlerweile um 23:00 Uhr sein. Hendrik verabschiedete sich von den zweien und marschierte einsam durch die verschiedenen Decks der Fähre.
Er wusste nicht wie lang er so herum ging und schließlich fiel ihm wieder der Traum ein.
Es war so schrecklich real gewesen. Doch auch vollkommen unerklärlich. Einfach alles was er dort gesehen hatte. Gingen seine Nerven mit ihm durch oder hatte der Traum eine tiefere Bedeutung?
Hendrik seufzte schwer. Das Blut, welches vorhin sein Bein hinunter gelaufen war, hatte die Hose etwas erhärtet. Er spielte eine Zeit damit herum, als er wieder das Gefühl hatte nicht alleine zu sein. Er blickte sich um, doch niemand war in diesem Gang des Schiffes unterwegs.
Und dann wurde es schwarz um ihn.
Er befand sich in einem abgedunkelten, engen Raum, der keine Fenster oder Luken hatte. Ein Zischen und Murren wurde von den rechteckigen Wänden immer wieder hin und her geworfen. Er begutachtete sich selbst, in dem seine Augen langsam seinen Körper hinunter wanderten. Er trug einen hautengen, grauen Neoprenanzug, der an seinen Nähten bläuliche LED’s befestigt hatte, die das Umfeld, in dem er sich befand, in schwaches Licht tauchten. Er saß auf einer metallenen Pritsche und neben ihm lagen ein braunes Kissen und eine braune, dünne Decke, gegenüber an der anderen Wand, stand ein kleiner silberner Tisch und ein Stuhl, der ebenfalls aus diesem Metall zu sein schien. Als er seinen Kopf nach links drehte erkannte er die schwachen Umrisse einer Kuppelförmigen Luke, die die Tür zu sein schien.