Er erhob sich und ging auf die Tür zu. Sie hatte keinen Griff und lies sich nicht bewegen. Kein Geräusch drang in seine Ohren. Er war ganz allein.
Er wandte sich um und lehnte sich gegen die kalte Tür. Dann erkannte er auf der anderen Seite eine Metalltoilette und ein metallenes Waschbecken.
Ein metallisches Klicken ertönte plötzlich und er erkannte einen grell leuchtenden Streifen, der auf allen Wänden befestigt zu sein schien und sich einmal durch den Raum aufspannte. Kurze Zeit später war das Klicken und auch das Licht erloschen.
Sein ganzes Umfeld wirkte steril und beengend. Nicht einmal im Todestrakt des amerikanischen Gefängnisses herrschten solche gefühlslosen Bedingungen.
Er musterte den Tisch, der dort so leblos an der dunklen Wand stand. Auf ihm zeichneten sich die Umrisse zweier Gefäße ab. Er ging darauf zu und hob ein durchsichtiges Plastikgefäß mit unterschiedlich geformten Tabletten in die Luft. Im Schein des blauen Lichtes registrierte er eingravierte Buchstaben, die sich auf den Seiten der Tabletten befanden. Ein C, B1, A, B2, und ein K. Er stellte die Schale zurück auf den Tisch. Das Geräusch, das dabei entstand wurde von den Wänden zurück geworfen und ließen ihn sich noch unbehagter und einsamer fühlen.
Ein plötzlicher dröhnender Schmerz lies ihn aufschreien und seine Hände auf seine Kopfhaut pressen.
Und das Bild verschwamm erneut in Schwärze.
„Geht es Ihnen gut? Soll ich Sie zum Schiffsarzt bringen?“
Jemand schüttelte an Hendriks Schultern. Er musste sich den Kopf gestoßen haben, denn sein Schädel brummte furchtbar. Er öffnete die Augen. Flutlicht drang hinein und er schloss seine Lieder schnell wieder. Hände griffen in unsanft am Arm und er wurde in eine aufrechte Position gerissen. Hendrik öffnete erneut seine Augen, dieses Mal jedoch sehr, sehr langsam. Er stöhnte auf und rieb sich mit schmerzverzerrtem Gesicht seinen Kopf.
„Ich hab Sie nicht gesehen, deshalb bin ich aus Versehen gegen Sie getreten. Ich hoffe es geht Ihnen bald wieder besser.“
Erst jetzt erkannte Hendrik den jungen Mann neben sich. Er hatte kurze schwarze Haare und war dunkelhäutig. Hendrik versuchte zu Nicken, doch als er seinen Kopf bewegte wurde ihm schlecht.
„Ich werde Sie kurz hier zurück lassen und Ihnen den Schiffsarzt holen, wenn Sie wollen?“
„Nein schon gut. Ich bräuchte nur eine Kopfschmerztablette, denke ich.“
„Kein Ding. Ich hole Ihnen sofort eine.“